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Der Nationalsport Thai-Boxen ist wohl einer der weltweit bekanntesten thailändischen Exportartikel. Schon während der Ayutthaya-Ära ab dem 14.Jahrhundert wurde diese Art der "Selbstverteidigung" entwickelt. Es ist eine Mischung aus Kampfsport, Artistik und Konzentrationsübung. Nach einer Sage soll der siamesische König Naresuan aus der Gefangenschaft entlassen worden sein, als er burmesische Boxer in einem Zweikampf um 1560 besiegte. Ob es war ist, wird man wohl nicht mehr ermitteln können. Gesichert ist jedoch die Erkenntnis, das sich das Thaiboxen aus den überlieferten Kriegskünsten entwickelt hat - so Waffen wie Speer und Schwert verloren waren. Betreten die Kämpfer den Ring werden sie von einer traditionellen Musikgruppe begleitet. Das Trommeln und Dröhnen heizt zunehmend die Stimmung der Zuschauer und Kontrahenten an, die allerdings immer konzentriert wirken. Vor dem Kampf wird noch in kurzen Ritualen meditiert und allerlei Schnickschnack gezeigt. Dann werden von 2 bis 5 Runden in 2 oder 3 Minuten geboxt - abhängig von der Gewichtsklasse oder dem Status (Profis). Allerdings finden gegenüber dem bei uns verbreiteten Boxen Fäuste, Knie, Ellenbogen und Füsse den Gegner. Viel Artistik und Geschmeidigkeit prägt einen guten Kampf. Nicht erlaubt sind Kopfstöße, Schläge gegen den Hinterkopf, Knie und Unterleib. Ebenso das Schlagen eines Gegner am Boden oder auf Knien.
Erst am Ende der 1920iger Jahre sind die Fäuste mit Boxhandschuhen überzogen und (oft) die Fußballen bandagiert. So ist die starke Verletzungsgefahr etwas verringert worden. Wegen ausufernder konkurrierender Verbände wurde von der thailändischen Regierung 1995 der Dachverband "World Muay Thai Council" gegründet. Ihr unterstehen nun alle offiziellen Verbände und Organisationen. Erst Mitte der 1990iger Jahre wurde darunter der erste Titelkampf ausgetragen. Großes Interesse findet Thai-Boxen auch in der Jungend. Hunderte Boxschulen kümmern sich schon um Boxer im Knabenalter. Auch Frauen dreschen aufeinander ein - allerdings kommen die Kämpfe oft nicht über den Status einer Showveranstaltung hinaus.
Ein sportbegeisterter Tourist sollte sich einen Kampf nicht entgehen lassen. Regelmäßig, insbesondere an den Wochenenden finden in den Boxstadien Kämpfe statt. Auch die hochgeschaukelten Emotionen der Thai-Zuschauer sind erlebenswert. Sind die Thais doch sonst meistens ruhige und besonnene Gesellen. Ob in Bangkok, Chiang Mai, Pattaya, Phuket, Samui...überall gibt es Arenen. Selbst auf kleineren Inseln, wie Koh Lanta, werden regelmässig Schaukämpfe - auch mit Ausländern - organisiert. In den Urlaubsgebieten fahren oft Fahrzeuge der Veranstalter mit tönenden Lautsprecherdurchsagen die Straßen entlang. Die Webseite des Muay Thai Bund Deutschland e.V. finden Sie hier. Ein Traingscamp auf Phuket hier. Die Webseite des World Muaythai Council hier. |
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