| In 1999 schaltete eine
große Bangkoker Schneiderei ihre ersten Anzeigen in auflagenstarken und
damit teuren deutschen
Magazinen. Hierin kündigten diese an, bei einem persönlich
vereinbarten Termin in Deutschland Maß zu nehmen und die Ware dann
zuzuschicken. Das zeigt, welchen Power diese Branche besitzt. Kein
Thailandtourist wird nicht in irgendeiner Art und Weise von der
teilweise penetranten Anmache der Verkaufsschwadronen verschont.
| Auch
auf Phuket die Konkurrenz unglaublich groß. Über 750 Schneider
-Filialen verteilen sich über die Insel. In jedem noch so kleinen
Touristenort und größerem Hotel gibt es einen Schneiderladen. Seit jeher eine
Domäne der indischen Einwanderer. Der Geschäftssinn ist
einmalig. An jedem Geschäft und in vielen Zeitungsanzeigen
Prahlen vielsprachige Sonderangebote in mehreren Sprachen. |
 |
Auch überbieten sich
die Geschäfte im Preisdumping für ein ganzes Kleidungs-Set. 99 U$ für
ein Anzug mit Krawatte und Hemd, und dazu noch einen 24-Stunden-Service. Doch aufgepasst: Billigste Ware
kommt aus schlechten Stoffen. Schnellste Anfertigung und Lieferung
garantieren fast eine miese Verarbeitung und schlechten Sitz.
Der Tourist, der sich hier Einkleidet, ist gut
beraten, ausführlich Stoffqualitäten zu vergleichen und beim
Preishandel nicht auf den untersten Level zu drücken. Natürlich steigt
dann der Preis für einen besseren Zwirn. Zudem sollten
schon 2 oder 3 Tage Zeit in kauf genommen werden, damit die guten
Stücke hinterher den Qualitätsanforderungen entsprechen.
An
der Strandstraße in Patong begegnet dem Bummelnden alle paar Meter ein
Präsentant dieses Wirtschaftszweiges. Mit unglaublichem Spürsinn
sprechen die "Aufreißer" die Touristen noch in der
Landessprache an. Die Guten beherrschen die Anmache in mindestens 10
Sprachen! Alles recht nervig, wie uns ein paar E-mail-Schreiber
berichteten.
Auf
das Empfehlen eines "guten Schneiders" wollen wir
vorerst Verzichten. Wird doch die Verarbeitung der Stoffe oft nicht in
den eigenen Geschäftsräumen ausgeführt. Im Süden der Rat-U-Thit
Road, in einem Wohn- und Arbeitsviertel, produzieren einige Firmen für
diverse Schneider-Geschäfte. Die dort produzierte Ware wird sich wohl
kaum in der Qualität voneinander unterscheiden.
|