Kultur Übersicht

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Minderheiten - Kayan & Langhalsfrauen
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Menschenzoos in Thailand

Ein Akt der Menschenwürde schien die Aufnahme der Flüchtlinge aus Burma vor vielen Jahren. Die Kayan, ein Völkerstamm der Karen mit archaisch anmutender Tradition, wurde in Thailand aufgenommen. Die burmesischen Militärs brachten damals "Ordnung" in die unruhigen Provinzen im Süden von Myanmar, wo Aufständische wie vom Volk der Karen immer noch rebellieren. Viele Kayan waren glücklich, im friedlicheren Thailand aufgenommen zu werden. Flüchtlingslager wurden errichtet und das neue Zuhause glich einem eigenen Dorf. Fernab größerer Städte. Gut geeignet für interessante Ausflüge für Rucksackreisende oder Gruppentouristen mit kulturellen Interesse.

Fotomodell: Junge Kayan-Frau im Huay Sua Tao Village possiert gegen Gebühr am Souvenirstand.

Nach der Suche von Geschichte & Tradition entdeckten Touristen und thailändische Touristenbehörde das kulturelle Potential der Volksstämme. Im Norden und Nordwest-Thailand entstanden so einige Dörfer, wo die Kayan (mit Langhalsfrauen) ihre Tradition pflegen konnten und Besucher aus dem In- und Ausland einzigartige Fotomotive mit nach Hause nehmen können. Kassenhäuschen wurden gebaut und lokale Tourveranstalter rühren die Werbetrommel in den Touristengebieten im Norden Thailands.

Ein Agreement zwischen den Kayan und den Thais war schnell gefunden. Die Langhalsfrauen und ihre Männer und Kinder lebten nicht schlecht und ohne harte Arbeit von den Einnahmen aus Souvenir-Verkäufen, Schnappschüssen, Bewirtschaftung sowie kleinen Teilbeträgen von den  Eintrittsgeldern. Viele Jahre war es eine Symbiose aus Überlebensstrategie und Tourismusökonomie. 

Longneck-Village: Trekking-Touren zu den Abseits liegenden Dörfern zählen zu den Touristen-Highlights in Nordthailand. Wörtlich übersetzt sind Longneck´s = Lange Nacken.

Der zunehmende Tourismus sorgte für eine Ausuferung dieses Wirtschaftszweiges. Immer mehr Reisende nutzen die Vor-Ort-Angebote der Reiseunternehmen. Aus den Kindern wurden ältere Frauen, die fast ihr ganzes Erwachsenen-Leben zur Schau gestellt werden. Die Kinder der zweiten Generation sind des Begaffen teilweise müde. Der Begriff von Menschenzoo`s kommt in die Schlagzeilen der Presse, viele Kayan fühlen sich gekrängt. Der Gipfel war die Eröffnung eines Kayan-Dorfes in unmittelbarer Nähe des Bade & Nightlife-Paradieses Pattaya. Dem lokalen Touristenverband kam es sehr gelegen, ein Kayan-Village vor den Toren der Stadt als kulturelle Attraktion anbieten zu können. Gut für Pattaya, um das Image der Stadt umzukehren und den Badeort familienfreundlicher, kultureller vermarkten zu können. 

Das bringt nun Menschenrechtler auf den Plan. Unter anderem kritisieren auch das Flüchtlingshilfswerk der Vereinten Nationen das "Geschäftsgebaren" um die Long Neck Flüchtlinge der Karen-Stämme aus dem Nachbarland. Einige Kayan-Frauen haben die schweren goldglänzenden Messingringe aus Protest abgelegt. Besorgt reagieren nun die vom Tourismus partizipierenden Branchen wie Tour-Guides, Longtail-Boot Eigentümer und speziell für diesen Vorzeigetourismus angelegte Bungalowanlagen. Auch für andere Gruppen der sogenannten Hilltrieb = Bergvölker, also der thailändischen Minoritäten, wie z.B. den Akhas, Hmong oder Lisu, werden ähnlich vermarktet. Überall in den Touristenzentren wie auf Phuket oder Samui, aber insbesondere im Norden ufert ein Kommerzialisierung aus. Teilweise schön lästig bieten sich Hilltieb´s für Fotos gegen Gebühr an, verkaufen als Einmannunternehmen Souvenirs die mitgetragen werden. Oder schicken gar ihre Kleinkinder zum Broterwerb vor. 

Einen Königsweg zur Problemlösung gibt es nicht. Eine starker Einbruch des Tourismus würde finanzielle Folgen für die Hilltriebs haben. Eine Ausweitung der Menschenbeschauung in den Touristengebieten selbst, bricht jedoch den Stolz und die Würde der Minderheiten - letztlich. 

 

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UNSERE MEINUNG

Besuchen Sie ruhig abgelegene Bergdörfer der Hilltrieb`s.

Unterstützen Sie dabei keine Kinderarbeit.

Geben Sie keine Almosen an händeaufhaltende in Trachten bettelnde Hilltrieb´s in den Touristengebieten.

Besuchen Sie keine Menschenzoo´s in der Nähe von Badeorten.

 

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