| Die
allgegenwärtigen Geisterhäuschen
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Wer Thailand
bereist, dem wird rasch ein fast allgegenwärtiger (Aber-) Glauben chinesischer Herkunft
deutlich: Vor vielen Privathäusern, Hotels und Banken
gedenken Thais dem Chao Ti, dem Geist des Hauses, der Bewohner. Glaubenshäuser nennen
wir die Miniatur-Tempel, die sogar zur Einrichtung eines Zimmers
gehören. Sie sind eine Art Kultstätte, die man pflegt und hegt
und mit kleinen Opfergaben versieht, damit der Hausgeist es mit
einem gut meint.
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Ganze
Industriezweige leben von dem (Aber-) Glauben. Hersteller von
Händler von Geisterhäuschen findet man oft an Ausfallstraßen
größerer Städte. Räucherstäbchen, die dahinschmorend ans
Häuschen gesteckt werden, gibt es in jedem Krämerladen. Frischer
Blumenschmuck, oft aus Orchideen, der ans Häuschen gehängt wird
(u.a. auch an den Rückspiegel im Innenraum des PKW`s),
ermöglicht vielen Kleingewerblern ein Zubrot.
Doch
das besänftigen des Chao Ti kann auch recht teuer werden. Vor dem
Andaman Beach Resort an der Taweewong Road in Patong, steht ein
Geisterhaus in Höhe von 3 Metern. Es gleicht einem
Originalnachbau eines Tempels. Hier wurde entsprechend der
Investitionssumme der Hotelanlage auch dem Ahnenkult gedacht. So
gibt es beispielsweise in Hongkong ganze Hochhaustürme, bei deren
Planung und Erbauung auf den Hausgeist "architektonisch"
Rücksicht genommen wird. Ganz gleich was es kostet.
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Katoye oder Ladyman |
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Vielleicht
ist es die hohe Toleranzschwelle der Thais, vielleicht der
Glauben, oder das Verständnis und die Akzeptanz anders Seienden
gegenüber. Wahrscheinlich ist es von jedem etwas, was
Transsexuellen und Homosexuellen das Leben in Siam relativ leicht
macht. Das öffentliche Auftreten von den in der Thaisprache Katoys genannten Transsexuellen ist weitgehends als normal zu
bezeichnen. |
| Kaum
ein Arbeitgeber hat Probleme damit, eine/n Transsexuellen in
seiner Firma zu beschäftigen. Ob als Verkäuferin, Kellnerin,
Mannequin oder Tourguide - mit Lippenstift und Lidschatten gestylt
begegnet man in Thailand überall den Männern, die Frau sein
wollen - oder müssen. Karriere machte sogar ein/e junger
Thaiboxer/in, die - bleiben wir mal bei weiblich - im Boxring ein
Klasse für sich war, aber nach dem Kampf und im sonstigen
Privatleben als hübsche junge Dame klassifiziert und akzeptiert
wurde.
Im
ausschweifenden thailändischen Nachtleben tauchen besonders
hübsche Exemplare dieser Spezies auf. Auf Phuket, in der Soi
Catoye in Patong, stellen sie sich in Konkurrenz zu rein
weiblichen Bar-Crews. In den Shows der Simon-Cabaret-Group
(auch in Pattaya) begeistern Katoyes das Publikum nicht nur wegen
ihrer weiblichen Reize. Vielen Touristen fallen die
optischen Differenzen nicht auf. Die in Thailand boomende
plastische Chirurgie verschafft den Ladyman`s zudem wohlgeformte,
weiblichen Oberkörper, der Adamsapfel ist nicht mehr sichtbar.
Nur noch die Stimme und manchmal die Körpergröße verraten die
"two-in-one". |
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